Das Opernhaus der Zukunft ist schon Gegenwart

Eine Milonga auf der Opernbühne – das war wirklich „Oper für alle“

Als der Architektenwettbewerb für das neue Opernhaus der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgeschrieben wurde, wünschte sich der Auslober einen Entwurf, der die Anforderungen eines internationalen A-Hauses erfüllt, daneben aber auch für die Öffentlichkeit, die keine Vorstellung besuchen will, attraktiv ist. Oberbürgermeister Dr. Keller sah in dem Siegerentwurf des norwegischen Büros Snøhetta Oslo AS diese Anforderungen als umgesetzt an: „Ein Haus der Begegnung, in dem viele Menschen zusammenkommen können, auch wenn sie nicht in den Opernbetrieb wollen, wenn sie nicht in die Vorstellung möchten. Es hat viele öffentlich zugängliche Flächen, es hat Gastronomie, es hat Terrassen, und wird damit mit Sicherheit zu einem ganz tollen und lebendigen Ort, eben das, was wir wollten: Oper für alle.“ (Quelle: YouTube)

Dass die Oper für alle auch im alten Opernhaus schon stattfinden kann, konnten wir am 26. Februar 2026 erleben, als Tangueros und Tangueras eingeladen waren, auf der Opernbühne, dem heiligen Ort, an dem sonst nur die Stars tanzen, Tango Argentino zu schwofen. Denn seit der Premiere von Piazollas Tangooper „Maria di Buenos Aires“ ist die Rheinoper im Tangofieber und die Tangoszene im Opernrausch. Da konnte der Joint Venture, der Operntango inklusive Workshop, Show und Livemusik, nur ein voller Erfolg werden. Maestro Mariano Chiacchiarini gab sich selbst die Ehre, der Tanz für ihn als Argentinier ein Heimspiel.

Gestern war die Oper für Milongueros, für wen ist sie morgen? Oper für alle jetzt schon – und bald im Opernhaus der Zukunft.